23. Januar 2010

Auf dünnem Eis unterwegs

Auf einer Leiter „pirschen“ sich drei Jugendliche der Eibelstadter Feuerwehr an den in das Eis Eingebrochenen heran.

Eine ganz spezielle Übung führten die Aktiven und die Jugendlichen der Eibelstadter Feuerwehr in der letzten Woche durch. Die Aufgabe bestand jeweils darin, eingebrochene Personen aus dem Landschaftssee bei Eibelstadt zu retten. Während die Erwachsenen schon am Mittwoch Abend ihre Übung bei Dunkelheit abhielten, durften die Jugendlichen unter der Leitung von Jugendwart Marco Seynstahl am Samstag Nachmittag auf’s Eis. Natürlich ordentlich angeseilt und gesichert. Denn so richtig tragfähig ist die Eisschicht auf dem See nach einigen Tagen Tauwetter nicht mehr.

Es muss knacken

Doch das war beabsichtigt. „Es muss knacken“, meinte der Kommandant der Feuerwehr Artur Fröhling schon bei der Vorbesprechung zu der Eisrettungsübung. Denn, so seine Meinung, bei einer Eisdicke von 15 Zentimetern zu üben bringt nicht viel. Während anderswo zu Übungszwecken Löcher in das Eis geschlagen werden mussten, reichte es den beiden „Opfern“ Alex und Hubi einfach nur einmal fest mit den Füssen aufzustampfen und schon brachen sie ein. Dicke Unterkleidung unter ihren Neopren-Trockenanzügen ließ sie die Kälte nicht spüren. Sie konnten es locker eine Stunde in dem null Grad kaltem Wasser aushalten. Doch bei normal bekleideten Menschen würde jetzt jede Sekunde zählen.

Immer wieder ließen sich Alex und Hubi von ihren Kameraden aus dem kalten Wasser retten. Nur um dann wieder hineinzuspringen.


Mit Hilfe von auf die Eisfläche gelegten Leitern arbeiteten sich die Retter zügig an die Eingebrochenen heran. Um die zehn Meter mussten sie so gegen das Einbrechen gesichert zurücklegen, ehe sie die lauthals um Hilfe Rufenden auf ihr Leiterfloß ziehen konnten. Dann wurden sie von der Mannschaft an Land mit viel Hallo an das rettende Ufer gezogen.

Obwohl das Eis bei der Jugendübung am Samstag noch etwas an Festigkeit gewonnen hatte, bekamen hier einige Teilnehmer nasse Füße. Zuerst krachte der zweite Kommandant Werner Röder beim „Testen“ der Tragfähigkeit in Ufernähe bis zum Knie ein. Dann erwischte es noch einen der Jugendlichen. Gerade hatte es eine Mannschaft aus zwei Jungs geschafft, ihr „Opfer“ auf die rettende Leiter zu ziehen, da erwies sich das Gewicht der drei als zu schwer und die Fuhre drohte zu versinken. Doch dank der Sicherung von Menschen und Material durch Leinen konnten die Kameraden an Land die Retter vor dem Untergang bewahren.

Zur Nachahmung nicht empfohlen

Auch wenn die Erwachsenen und Jugendlichen der Freiwilligen Feuerwehr neben dem Lerneffekt auch viel Spaß bei den Übungen hatten. Zur Nachahmung ohne professionelle Sicherung ist das Begehen der dünnen Eisschicht nicht empfohlen. Den Ernstfall wünschen sich die Eibelstadter Retter jedenfalls nicht. Und wie trügerisch eine scheinbar sichere Eisfläche ist, das wissen sie jetzt auch.

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