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17. November 2007

Warum Digitalfunk?

Schwächen des Analogfunks:
Kein zusammenhängendes Funknetz. Je BOS und Funkverkehrskreis ein eigener Kanal mit begrenzter Reichweite. Für die Versorgung größerer Gebiete mit einem Funkkanal ist ein Gleichwellenfunksystem erforderlich. Jeder Kanal beansprucht permanent eine eigene Frequenz, auch wenn nicht gesprochen wird, kann sie von anderen nicht genutzt werden. Deswegen sind regelmäßig nicht genügend Funkkanäle bei Großlagen verfügbar.

Verbesserung im Digitalfunk:
Ein gemeinsames digitales Funknetz für alle beteiligten BOS. Taktische Zusammenschlüsse bestimmter Einheiten erfolgen in frei einzurichtenden „Benutzergruppen“ und nicht in örtlich begrenzten Funkverkehrskreisen/-kanälen. Diese Benutzergruppen können auch BOS-übergreifend sowie im gesamten Netz eingerichtet werden, so dass bayern- und deutschlandweit Nachrichten ausgetauscht werden können. Die eigentliche Kanalzuteilung läuft automatisch im Hintergrund ab. Kanäle werden nur dann belegt, wenn sie tatsächlich auch genutzt werden (sog. Bündelfunk). Dadurch ergibt sich ein erheblicher Kapazitätsgewinn.

Schwäche des Analogfunks:
Die Sprachqualität wird oftmals durch Stör- und Nebengeräusche getrübt.

Verbesserung im Digitalfunk:
Alle eingerichteten Benutzergruppen können sich mit hoher Qualität verständigen. Eine sog. Vocoder-Funktion (siehe Link unten!) erleichtert die Verständigung bei starken Umgebungsgeräuschen.

Schwäche des Analogfunks:
Der Analogfunk kann relativ leicht abgehört werden. Abhanden gekommene Geräte können in den Funkverkehr eingreifen.

Verbesserung im Digitalfunk:
Der Digitalfunk gilt aufgrund der Verschlüsselung als abhörsicher. Sollten Geräte abhanden kommen, so können sie gezielt für die Teilnahme am Funkverkehr gesperrt werden.

Schwäche des Analogfunks:
Der Analogfunk wird von der Industrie nicht mehr nennenswert weiterentwickelt. Die Geräte sind teuer, die Ersatzteilbeschaffung ist schwierig.

Verbesserung im Digitalfunk:
Im Digitalfunk sind auch in Zukunft Aktualisierungen und Innovationen zu erwarten. Der weltweite Aufbau digitaler Funknetze sichert einen breiten Markt von Endgeräten und Ersatzteilen.

Schwäche des Analogfunks:
Datenübertragung ist nur in sehr beschränktem Umfang möglich (Funkmeldesystem - FMS).Die Alarmierung mit Fünftonfolgen ist langsam und ohne Textübertragung.

Verbesserung im Digitalfunk:
Der Digitalfunk ermöglicht neben der Sprachübertragung auch die Übertragung von Daten. So ist es grundsätzlich möglich, beispielsweise Einsatzdaten als Textmeldung an die anfahrenden Kräfte oder medizinische Daten schon während des Rettungstransports an die Klinik zu senden. Zur Datenübertragung gehört auch eine schnelle Alarmierung.

Schwäche des Analogfunks:
Im Analogfunk wird zwischen Relaisbetrieb (i. d. R. 4-Meter-Funk) und Wechselverkehr (2-Meter-Funk) unterschieden. Hierfür sind zwei unterschiedliche Geräte erforderlich.

Verbesserung im Digitalfunk:
Im Digitalfunk wird zwischen Netzbetrieb (TMO) und Direktbetrieb von Gerät zu Gerät (DMO) unterschieden. Ein Digitalfunkgerät kann alternativ in beiden Betriebsarten verwendet werden.


Hörbeispiel Vocoder

Das Beispiel verdeutlicht die Wirkung des sog. Vocoders. Mit Hilfe dieser Technik kann die menschliche Stimme von anderen Geräuschen unterschieden werden. Umgebungslärm wird gedämpft, so dass die Sprache besser verständlich ist. Ähnliche Techniken sind als Zusatzausstattung zwar auch für Analogfunkgeräte erhältlich, bei den Digitalfunkgeräten gehört der Vocoder jedoch zum Standard.

Im Beispiel wird folgender Test durchgeführt: Ein Funksprecher zählt bis Zehn, während ein lautes, maschinell erzeugtes Nebengeräusch zu hören ist. Zunächst wird der Test mit einem herkömmlichen Analogfunkgerät ohne Vocoder durchgeführt. Unmittelbar anschließend wird der gleiche Versuch mit einem Digitalfunkgerät mit Vocoder wiederholt.

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28. August 2007

BOS-Digitalfunk - Pressemitteilung Nr. 292/07 - München, 28. August 2007

Schmid: "BOS-Digitalfunk startet in Bayern"

Testanlage in München ist fertig gestellt

Der Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ist in Bayern gestartet. Das Bayerische Staatsministerium des Innern hat für den Digitalfunk der Polizei der Feuerwehren, der Rettungskräfte und des Katastrophenschutzes in München die Errichtung einer sogenannten Referenzplattform veranlasst, die jetzt im Polizeipräsidium München ihren Betrieb aufgenommen hat. Über diese ist München mit anderen Bundesländern verbunden, die ebenfalls eine Referenzplattform betreiben. „Die Anlage dient allerdings ausschließlich der Erprobung der neuen Technik vor dem eigentlichen Netzaufbau. Echte Einsätze werden zunächst noch über den gewohnten analogen Funk abgewickelt", teilte Innenstaatssekretär Georg Schmid heute in München mit.

Aber auch dies soll sich laut Schmid bald ändern. Bayern gehört neben Berlin, Hamburg, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zu den Ländern, in denen der bundesweite Aufbau des Digitalfunks startet. Das Bayerische Innenministerium hat für dieses umfangreiche Großprojekt Mitarbeiter verschiedener Organisationen zu einer Projektgruppe zusammengeführt. Unabhängig von der Referenzplattform hat das Innenministerium die konkreten Planungsarbeiten für den ersten Netzabschnitt München bereits veranlasst, der Stadt und Landkreis sowie Flughafen München umfasst. Schon im Verlauf des kommenden Jahres soll in München die Umstellung auf den Digitalfunk beginnen.

Bis zum Jahre 2010 soll die neue Technik im Freistaat so weit aufgebaut sein, dass spätestens 2011 alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben den Digitalfunk nutzen können. "Die nichtpolizeilichen Organisationen z.B. Feuerwehren und Rettungsdienste entscheiden selbst, ob und wann sie am Digitalfunk teilnehmen. Für die Bayerische Polizei ist die Entscheidung bereits gefallen. Sie wird mit dem Fortgang des Netzaufbaus in Bayern von Anfang an auf die moderne Technik umstellen", so Schmid.

26. September 2007

Roll-out-Planung für den Digitalfunk BOS bestätigt

In der ersten Sitzung des Verwaltungsrates der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) haben der Staatssekretär des Bundesinnenministeriums, Dr. August Hanning, und die Innenstaatssekretäre der Länder die vorgelegte Roll-out-Planung für den Digitalfunk BOS bestätigt. Die Roll-out-Planung beschreibt detailliert, wann und in welcher Reihenfolge die einzelnen Netzabschnitte des digitalen Funknetzes errichtet werden.

"Der Roll-out-Plan ist das Herzstück dieses Projektes. Nach der Unterzeichnung des Verwaltungsabkommens und der Inbetriebnahme der Referenzplattform haben wir mit der heutigen verbindlichen Festlegung des Zeitplans einen weiteren wichtigen Schritt hin zur bundesweiten Einführung des Digitalfunks BOS unternommen. Die Arbeiten am Aufbau des Digitalfunknetzes werden jetzt weiter energisch vorangetrieben, damit der Digitalfunk den Polizeien, Feuerwehren und Rettungskräften bereits Mitte nächsten Jahres in den ersten Netzabschnitten für ihren operativ-taktischen Einsatz zur Verfügung steht", sagte Staatssekretär Dr. Hanning.


Die zwischen BDBOS, Bund, Ländern und dem Systemlieferanten EADS abgestimmte Planung sieht vor, dass der Aufbau des Digitalfunks BOS bis Ende 2010 nahezu abgeschlossen ist. Lediglich in einigen wenigen funktechnisch schwierigen Gebieten kann sich der Abschluss der Arbeiten bis in das Jahr 2011 verzögern. Die fertig gestellten Netzabschnitte werden vorübergehend durch EADS in Betrieb genommen, bis ein endgültiger Betreiber gefunden ist, entschied der Verwaltungsrat. Das Vergabeverfahren für den Betrieb soll noch in diesem Jahr beginnen.


Als Präsident der BDBOS wurde Rolf Krost bestätigt. Er hatte bereits die bis Ende März 2007 für den Digitalfunk BOS zuständige Stabsstelle des Bundesinnenministeriums geleitet und nach ihrer Gründung, am 2. April 2007, die kommissarische Leitung der Bundesanstalt übernommen. Die Bundesanstalt hat die Aufgabe, für Bund und Länder den Digitalfunk BOS aufzubauen und fungiert hierfür gegenüber Unternehmen als gemeinsame Auftraggeberin. Damit stellt sie eine in Deutschland bisher einzigartig Einrichtung dar. Der von der BDBOS für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben erstellte Wirtschaftsplan wurde vom Verwaltungsrat genehmigt.

6. September 2008

Digitalfunk in Hessen

Beschaffung der Funkgeräte für Polizei und Feuerwehr läuft an / Bundesweite Umstellung auf Digitalfunk / Land unterstützt Kommunen

Der Aufbau des Digitalfunknetzes in Hessen und die Beschaffung der erforderlichen neuen Funkgeräte läuft an. Das digitale Funknetz wird das bisher genutzte Analognetz bei Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst ablösen. „Bundesweit wird ein einheitliches Digitalfunknetz aufgebaut. Damit wird künftig der Sprech- und Datenfunkverkehr in digitaler Qualität über Länder- und Behördengrenzen hinweg gewährleistet“, erläuterte Innenminister Volker Bouffier. Koordiniert wird der bundesweite Aufbau des Funknetzes von der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS), die auch mit dem späteren Betrieb beauftragt ist. Der Zeitplan für die Einführung sieht vor, mit dem Probetrieb in Hessen im September 2009 zu beginnen. „Wir sind sehr zuversichtlich, die landesweite Inbetriebnahme des Netzes bis Ende 2010 abgeschlossen zu haben“, so Innenminister Bouffier.

„Neben dem Bau neuer Basisstationen, für die momentan geeignete Standorte angemietet werden, ist auch eine Ausstattung mit neuen Funkgeräten notwendig. Daher werden wir jetzt im Herbst den Startschuss für die europaweite Ausschreibung der Funkgeräte für das Land Hessen geben“, so Innenminister Volker Bouffier. Die Ausstattung der Polizei und des Katastrophenschutzes wird das Land Hessen gewährleisten, während die in kommunaler Verantwortung stehenden Feuerwehren von den Städten und Gemeinden ausgestattet werden. „Wir lassen die Kommunen bei der Finanzierung der Funkgeräte für die Feuerwehren natürlich nicht allein. Das Land Hessen wird grundsätzlich 30 Prozent der Kosten für die Beschaffung der neuen Funkgeräte übernehmen“, betonte der Minister. Die entsprechenden Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden hierzu wurden bereits geführt. Zudem profitieren die Kommunen von deutlich günstigeren Einkaufspreisen, da sie die Geräte im Rahmen einer Einkaufskooperation mit dem Land Hessen beschaffen können. Hierfür haben die Kommunen jetzt bis Ende September Gelegenheit, ihren Bedarf an Geräten anzumelden.


Als Pilotdienststellen für den Probebetrieb sind die Branddirektion Frankfurt am Main und die Polizeidirektion Wiesbaden vorgesehen. Nach erfolgreichem Abschluss des Probebetriebs werden diese und die übrigen Dienststellen schrittweise in den Wirkbetrieb übergeleitet, um schließlich bis Ende 2010 vollständig auf Digitalfunk umgestellt zu haben. „Der Digitalfunk ist funktechnisch der Schritt in eine neue Ära. Nicht nur die deutlich verbesserte Sprach- und Empfangsqualität wird für sich sprechen. Die technischen Lösungen, die für die Abhörsicherheit und die Verschlüsselung gefunden wurden, sind im internationalen Vergleich führend. Auch mit der Möglichkeit des Zugriffs auf Datenbanken sind die Sicherheitsbehörden auf der Höhe der Zeit“, so der Minister abschließend.

Quelle: Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

20. Mai 2009

Digitalfunk: In großen Schritten in Richtung Probebetrieb

Die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin sind Vorreiter. Doch auch Flächenländer wie Rheinland-Pfalz sind auf den Weg in Richtung Digitalfunk. Rund zweieinhalb Jahre nach Gründung der Projektgruppe Digitalfunk Rheinland-Pfalz begann in Traben-Trarbach der Bau der ersten Basisstation. Etwa 280 Basisstationen sollen es in Rheinland-Pfalz werden, bundesweit sind über 4000 Basisstationen für den Digitalfunk geplant ...

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Außerdem gibt es hier noch einen Artikel mit dem BDBOS-Präsidenten Rolf Krost über den Stand der Dinge beim Digitalfunk auf Bundesebene.

Quelle: www.einsatz-netz.de

18. Februar 2008

Digitalfunk BOS: Vertrag mit Vodafone D2

Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) und Vodafone D2 haben heute einen Vertrag über die Anmietung von Mobilfunkstandorten für den Aufbau des Digitalfunknetzes der Polizeien, Feuerwehren und Rettungskräfte geschlossen.

Der Rahmenvertrag ermöglicht Bund und Ländern, die nach dem für den Aufbau des Digitalfunk BOS verfolgten Konzept für die Suche und Akquise von geeigneten Funkstandorte zuständig sind, den Abschluss von Einzelmietverträgen mit diesem Mobilfunkunternehmen.

"Der Abschluss des Rahmenvertrages trägt zum beschleunigten Netzaufbau bei, indem wir ein bereits vorhandenes bundesweites Standortportfolio nutzen können und Bund und Länder keine zeitaufwändigen Einzelverhandlungen über Mietverträge führen müssen", sagte der Präsident der BDBOS Rolf Krost.

Darüber hinaus gewährleistet der Rahmenvertrag bei der Anmietung von Funkstandorten die Einhaltung von Sicherheitsstandards.
Die BDBOS, die die Gesamtverantwortung für dieses Modernisierungsvorhaben innehat, verhandelt derzeit mit allen großen Anbietern von Funkstandorten über Rahmenverträge, die in den nächsten Wochen sukzessive abgeschlossen werden. Ziel ist es, für den Aufbau des BOS-Digitalfunknetzes möglichst wenig neue Funkstandorte zu bauen, sondern bereits vorhandene mitzunutzen. Hierzu gehören neben eigenen Standorten von Bund und Ländern insbesondere auch die der Mobilfunkanbieter.

Der Aufbau des BOS-Digitalfunknetzes hat bereits im letzten Jahr begonnen. Mitte 2008 wird der Digitalfunk BOS in den ersten Regionen in Betrieb gehen.

Quelle: Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS)

2. September 2009

Feuerwehr-Institut mit Lehrleitstelle für Digitalfunk

Münster - Am Institut der Feuerwehr in Münster gibt es die bundesweit erste Lehrleitstelle zur Ausbildung im Digitalfunk. Ein erster vierwöchiger Lehrgang habe bereits begonnen, sagte ein Sprecher des Instituts am Donnerstag in Münster. Nach Angaben des NRW-Innenministeriums werden im Land bis 2010 mehr als 120 000 Angehörige von Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Digitalfunk fit gemacht. Mit der Technik sollen künftig Polizei, Katastrophenschutz, Zoll und Notfallversorgung arbeiten. Der Digitalfunk soll das alte, störanfällige analoge Funksystem ablösen. Das Institut ist die zentrale Ausbildungsstätte in NRW für Führungskräfte der Feuerwehr.
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Quelle: www.bild.de

29. November 2008

Auswirkungen des Digitalfunks BOS werden erforscht

Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) haben eine Zusammenarbeit über Fragen gesundheitlicher Auswirkungen des Digitalfunks BOS vereinbart. Schwerpunkt der Vereinbarung ist die Durchführung von Forschungsvorhaben.

"Der Digitalfunk BOS bietet Feuerwehren, Polizeien und Rettungskräften zahlreiche Vorteile für ihre tägliche Arbeit. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies eine verlässliche und noch schnellere Hilfeleistung im Notfall. Gleichwohl nehmen wir die Vorbehalte gegenüber den Wirkungen der neuen Funkgeräte und Sendestationen auf die Gesundheit ernst", betonte der Präsident der BDBOS, Rolf Krost.

Mit den Forschungsvorhaben wollen BDBOS und BfS die noch bestehenden Unsicherheiten über die Auswirkungen der beim Digitalfunk genutzten Frequenzbereiche weiter verringern. Gegenstand der ersten beiden Studien sind mögliche Wirkungen elektromagnetischer Felder der Funkgeräte auf den menschlichen Körper.

"Beim Aufbau des neuen Funknetzes müssen Gesundheitsvorsorge und Strahlenschutz für die Nutzerinnen und Nutzer des Digitalfunks BOS sowie für die Bevölkerung insgesamt eine wichtige Rolle spielen. Das ist ein gemeinsames, zentrales Anliegen von BfS und BDBOS", sagte der Präsident des BfS, Wolfram König. Hierzu gehört auch eine transparente Information der Öffentlichkeit, die durch einen intensiven Austausch zwischen BDBOS und BfS über alle aus Sicht des Strahlenschutzes bedeutsamen Aspekte des BOS-Digitalfunknetzes unterstützt werden soll.

Andere europäische Staaten wie Großbritannien, Belgien und die Niederlande nutzen bereits seit einiger Zeit TETRA-Netze für ihre Sicherheitsbehörden und begleiten die Nutzung mit Forschungsstudien. Ebenso wie Deutschland, wo in den ersten Abschnitten der auf dem TETRA-Standard basierende Digitalfunk BOS-übergreifend probeweise im Echteinsatz genutzt wird, bauen derzeit Schweden, Dänemark, Norwegen und Österreich landesweite Netze auf.

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz

27. Oktober 2011

Digitalfunk in Bayern: Endgeräteförderung

Innenstaatssekretär Gerhard Eck hat heute unterstrichen, dass beim Aufbau des BOS-Digitalfunknetzes in Bayern die Endgeräteförderung des Freistaates für die Kommunen nicht in Frage stehe. "In unserer Finanzierungsvereinbarung ist klar geregelt, dass der Bund und der Freistaat Bayern die Kosten für das Netz bis 2021 übernimmt. Zudem wird der Freistaat die Erstbeschaffung der Endgeräte durch die Kommunen zu 80 Prozent fördern." Allerdings sehe die Vereinbarung auch eine Gegenleistung der Kommunen für diese massive Unterstützung vor. So haben sich die Gemeinden insbesondere verpflichtet, kostenfrei geeignete Grundstücke als Standorte für die Digitalfunk-Basisstationen zur Verfügung zu stellen. Das sei vielfach auch geschehen. Gerhard Eck: "Der Freistaat Bayern und die Kommunen sind Partner beim Aufbau des Digitalfunknetzes. Keine Kommune muss um die staatliche Endgeräteförderung fürchten, wenn sie konstruktiv bei der Suche nach Standortgrundstücken mitwirkt. Ich bin zuversichtlich, dass wir für jede Gemeinde eine gute Lösung finden werden." 

Das Innenministerium hatte im Bayerischen Landtag dem Ausschuss für Kommunale Fragen und Innere Sicherheit über den aktuellen Sachstand zum BOS-Digitalfunk und das Vorgehen bei der Standortakquise berichtet. Über die Kostenbeteiligung hatten sich das Innenministerium, Finanzministerium, die kommunalen Spitzenverbände und die Krankenkassen als Kostenträger für den Rettungsdienst über die Kostenbeteiligung am BOS-Digitalfunk bereits Ende November 2009 geeinigt. Der Aufbau des Digitalfunknetzes in Bayern schreitet zügig voran. Die Standortgewinnung für die Basisstationen folgt grundsätzlich einem festgelegten Auswahlverfahren, das auf dem funkplanerisch, einsatztaktisch, technisch und wirtschaftlich am besten geeigneten Standort abzielt. Mögliche Standortalternativen werden unter Beteiligung der Kommunen mit verantwortlichen regionalen Vertretern (z.B. BOS, Landratsamt) ermittelt. In Bayern sind derzeit bereits 166 Standorte fertig gestellt, über 850 Standorte sind vorvertraglich gesichert. Im Raum München wird das Netz derzeit im Rahmen des erweiterten Probebetriebs abgenommen.
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Quelle: Bayerisches Staatsministerium des Innern

1. Oktober 2007

Digitalfunk - Pressemitteilung Nr. 332/07 - München, 01. Oktober 2007

Umfangreicher Test für BOS-Digitalfunk auf Münchner Oktoberfest
Beckstein: "Größtes Volksfest der Welt bietet ideale Rahmenbedingungen"

"Mit dem umfangreichen Test zur Erprobung des Digitalfunks auf dem Münchner Oktoberfest wollen wir unter Einbindung von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst feststellen, wie sich die neue Technik auch in einem Umfeld mit vielen Einflussfaktoren bewährt. Das größte Volksfest der Welt bietet dafür die idealen Rahmenbedingungen, von der Lautstärke und den Menschenmassen im Bierzelt bis zu zahlreichen elektronischen Einflüssen durch die Fahrgeschäfte und die erfahrungsgemäß hohe Zahl von zeitgleichen Handynutzungen. Echte Einsätze werden allerdings nach wie vor über den gewohnten analogen Funk abgewickelt", betonte Innenminister Dr. Günther Beckstein anlässlich der Vorstellung des Testbetriebs am 1. Oktober 2007 vor der Wiesn-Wache der Polizei. Um die Qualitätssteigerung durch die Einführung des Digitalfunks der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) darzustellen, führte Innenstaatssekretär Georg Schmid Funkgespräche mit einem digitalen Funkgerät zu einer Einsatzgruppe der Polizei, einer Fahrzeugbesatzung der Berufsfeuerwehr München und zu einem Tragetrupp der Rettungswache. Darüber hinaus demonstrierte er die bundesweite Dimension des Digitalfunks durch einen Funkruf nach Baden-Württemberg. Dort ist ebenfalls eine Testanlage in Betrieb.

Mit dem von Bund und Ländern am 1. Juni 2007 unterzeichneten Verwaltungsabkommen über die Zusammenarbeit beim Aufbau und Betrieb des bundesweiten Digitalfunks ist der Startschuss für die bundesweite Einführung der neuen Technik gefallen. Bayern gehört zu den ersten Ländern, in denen der Aufbau beginnt. Hier startete der Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) mit dem Aufbau einer sogenannten Referenzplattform in München. Sie ist seit August 2007 am Standort des Polizeipräsidiums München in Betrieb. Dabei handelt es sich um eine Testanlage, die erste Erprobungen der Digitalfunktechnik ermöglicht. Gleichzeitig wurde mit den konkreten Planungen zum Aufbau des ersten regulären Netzabschnitts München und Umgebung einschließlich des Zubringers zum Flughafen München begonnen. Parallel zum Aufbau des eigentlichen Funknetzes können somit im Rahmen der Referenzplattform erste praktische Erfahrungen mit dem Digitalfunk gewonnen werden.

8. Oktober 2009

Digitalfunk - Pressemitteilung Nr. 422/09 - München, 08. Oktober 2009

"Der Aufbau des Digitalfunknetzes in Bayern ist in vollem Gange. Die Kosten für den Aufbau des Netzes trägt vollständig der Freistaat Bayern. Die Frage, wer ab dem Jahr 2013 die Betriebskosten für den Feuerwehrfunk trägt, ist noch offen." Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute in Berlin. Für den gesamten Probebetrieb sei bis Ende des Jahres 2012 ohnehin festgelegt, dass der Freistaat auch die Betriebskosten übernimmt. Es sei auch völlig unstrittig, dass es eine vernünftige Einigung mit den Verbänden geben muss, wie ab dem Jahr 2013 nach Abschluss des Probebetriebs die Betriebskosten des Digitalfunknetzes für alle nicht-staatlichen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) verteilt werden und welche Unterstützung der Freistaat Bayern gibt. "Die Frage der staatlichen Beteiligung an den Betriebskosten der Feuerwehren werden wir gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden am 30. November im Rahmen der Finanzausgleichsverhandlungen klären. Ich sage klar: Hier gibt es keine Vorfestlegung."

Herrmann sagte, es sei wichtig, dass sich möglichst auch alle nichtstaatlichen BOS wie zum Beispiel die Feuerwehren von Anfang an am Digitalfunk beteiligen. Die Entscheidung treffen die Verbände aber selbst. Gemäß dem zwischen Bund und Ländern abgestimmten ''Master-Roll-Out-Plan'' soll das Netz bayern- und auch bundesweit bis Ende 2012 aufgebaut sein. Soweit möglich soll bereits parallel mit der Einrichtung der Leitstellen und Beschaffung der Endgeräte begonnen werden, so dass im Laufe des Jahres 2013 bayernweit digital gefunkt werden könnte. Derzeit laufen schon operative Tests im ersten bayerischen Netzabschnitt (München und Oberbayern).

Der Freistaat Bayern stellt für Aufbau und Betrieb des Digitalfunknetzes bis Ende 2021 insgesamt 772,6 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sind gemäß Haushaltsplan 2009 65 Millionen Euro und 2010 75 Millionen Euro verfügbar.

Hier gibt es ein Video vom Bayerischen Fernsehen über den Digitalfunk!

Außerdem hat der LFV Bayern zu diesem Thema zwei Pressemitteilungen veröffentlicht (Pressemitteilung 1 und Pressemitteilung 2).

15. April 2009

BOS-Digitalfunk - Pressemitteilung Nr. 141/09 - München, 14. April 2009

Bayern beschafft erste Digitalfunkgeräte

Für den ersten Abschnitt im bayerischen Digitalfunknetz werden Digitalfunkgeräte des Herstellers Sepura beschafft. "Mit dieser Beschaffung ist ein wichtiger Schritt getan, damit der Digitalfunk im Netzabschnitt München vom Anwender genutzt werden kann", sagte Innenstaatssekretär Dr. Bernd Weiß.

Der Aufbau des Digitalfunknetzes für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) soll in München und Umgebung noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Für diesen ersten Netzabschnitt in Bayern sind rund 7.500 Digitalfunkgeräte erforderlich, deren Lieferung europaweit ausgeschrieben wurde. Nach eingehenden Tests zur Technik und zur Handhabung aller angebotenen Geräte konnte nun der Zuschlag erfolgen: Der Auftrag für die Lieferung der ersten Dienststellen-, Fahrzeug- und Handfunkgeräte für Bayern geht an die Firma Selectric Nachrichten-Systeme GmbH aus dem westfälischen Münster. Selectric ist in Deutschland exklusiver Vertriebspartner des britischen Herstellers Sepura, einem der weltweit größten Unternehmen in diesem Bereich. Im Laufe des Jahres 2009 werden zunächst das Polizeipräsidium München, das Bayerische Landeskriminalamt und die Bayerische Bereitschaftspolizei mit den neuen Digitalfunkgeräten ausgestattet. Durch den bayerischen Ansatz, einen Rahmenvertrag für alle "Blaulichtorganisationen" abzuschließen, können über hohe Stückzahlen besonders wirtschaftliche Preise erzielt werden. Innenstaatssekretär Weiß erklärte heute in München: "Auch Rettungsdienste, Feuerwehren und der Katastrophenschutz in München und Umgebung können bei ihrer Digitalfunkeinführung von dieser Ausschreibung profitieren und aus dem Rahmenvertrag Geräte beschaffen". Die Entscheidung über die Teilnahme am Digitalfunk obliegt den jeweiligen Organisationen selbst.

Für die weiteren in Bayern erforderlichen Funkgeräte soll ein gesonderter Rahmenvertrag abgeschlossen werden. Auch dieser wird wieder europaweit ausgeschrieben.

19. August 2008

Startschuss zum Schulungskonzept für den Digitalfunk

Staatliche Feuerwehrschulen Bayerns bereiten sich auf den Digitalfunk vor

Im Mai 2008 führte die Projektgruppe DigiNet an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried ein Seminar für die Lehrkräfte der Staatlichen Feuerwehrschulen Bayerns durch. Themen waren der aktuelle Stand der Entwicklung und die technischen, betrieblichen und taktischen Grundlagen des Digitalfunks.

Die Veranstaltung in Geretsried war der Startschuss für das Schulungskonzept im Rahmen der Einführung des Digitalfunks in Bayern für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Insgesamt werden bis zu 480.000 Endanwender des Digitalfunks fortgebildet.

Bei diesem Seminar wurden knapp 80 Teilnehmer theoretisch und praktisch in die Handhabung und Anwendung der digitalen Funktechnik eingewiesen. Die Digitalfunk-Dozenten der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried konnten zusammen mit ihren Kollegen der Bayerischen Polizei die erworbenen Kenntnisse an die Lehrkräfte der Feuerwehrschulen weitergeben und in bewährter Weise die gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Polizei unter Beweis stellen.

Für die Ausbildungsverantwortlichen der übrigen BOS in Bayern fand im Juli 2008 eine weitere Veranstaltung statt.

5. Oktober 2009

Digitalfunk macht Seehofer Ärger

Viel Unterstützung für Weiß-Kritik

Nach der Kehrtwende von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei der Finanzierung des geplanten Digitalfunks für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste und einem Brandbrief von CSU-Innenstaatssekretär Bernd Weiß bekommt der Regierungschef Gegenwind aus den eigenen Reihen.

„Ich bin sehr überrascht von der Entwicklung“, erklärt etwa Christian Meißner, der innenpolitische Sprecher der Landtags-CSU. Im Landtag gebe es einen klaren Beschluss für den von Weiß ausgehandelten und nun gekippten Finanzierungskompromiss mit den Kommunen. „Ich habe deshalb in der Fraktion sofort dringenden Gesprächsbedarf angemeldet“, so Meißner. Er teile auch die von Weiß in seinem Brief an Seehofer geäußerte Befürchtung, der neue Kurs könne das gesamte Projekt kippen: „Ich sehe die große Gefahr, dass wir mit den Kommunen zu Recht Probleme bekommen.“

„Wenn das so kommt, ist das ein Skandal“, findet Wilfried Schober vom Bayerischen Gemeindetag. Der nun gekippte Kompromiss, wonach der Freistaat die Betriebskosten für das neue System komplett übernommen hätte und die Träger von Rettungsdiensten und Feuerwehren die neuen Endgeräte bezahlten, sei sachgerecht und tragfähig. Seit zwei Jahren werde über die Kostenaufteilung verhandelt. „Wir fühlen uns vor den Kopf gestoßen“, so Schober. Gemeindetags-Präsident Uwe Brandl (CSU) ist gar „stinksauer“ und fürchtet langfristige Konsequenzen für die Regierungspartei: „Wenn die CSU so weitermacht, dann haben wir als nächstes Wahlziel 40 Prozent minus X.“

„Wir werden das nicht einfach so hinnehmen“, schimpft auch Alfons Weinzierl, Chef des Landesfeuerwehrverbandes. Seit einem Jahr habe Seehofer keine Zeit für ein Gespräch mit Feuerwehrvertretern gefunden. Und nun werde eine mühsam gefundene Lösung einfach so ohne Rücksprache gekippt. Zwar habe der Digitalfunk viele Vorteile. Doch die Feuerwehr könne zur Not auch „weiter analog funken“, warnt Weinzierl.

Widerstand gibt es auch beim Koalitionspartner FDP: „Ich warne nachdrücklich davor, den gefundenen Kompromiss zu kippen“, erklärt der liberale Innenexperte Andreas Fischer. Der neue Kurs sei „eine denkbar ungünstige Entwicklung“.

Verwirrung herrschte dagegen in der Staatsregierung: Aus Seehofers Staatskanzlei hieß es, auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) habe „diese Vorgehensweise gebilligt“. Das Finanzministerium teilte mit, die volle Übernahme der Betriebskosten sei vom Tisch. Man sei aber bereit, mit den Kommunen im Rahmen des Finanzausgleichs auch über den Digitalfunk zu sprechen. Und Innenminister Herrmann wollte sich zur Sache gestern lieber nicht öffentlich äußern. Aus seinem Umfeld hieß es aber, keine Lösung sei vom Tisch: „Es ist nichts ausgeschlossen, aber auch nichts festgelegt.

Quelle: Mainpost

3. August 2008

Aufbau des Digitalfunknetzes

Im April 2007 errichtete der Bund die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) mit Sitz in Berlin; sie ist dem BMI nachgeordnet. Die BDBOS hat die Aufgabe, den BOS-Digitalfunk aufzubauen, zu betreiben und seine Funktionsfähigkeit sicherzustellen. Sie gewährleistet auch die bundesweite Einheitlichkeit des Digitalfunksystems, ist für die Gesamtkoordination des Projekts verantwortlich und bündelt die Interessen der Nutzer.

Der zeitliche Ablauf des Netzaufbaus folgt bundesweit einem zwischen Bund und Ländern abgestimmten Aufbauplan, dem "Roll-Out-Plan". Darin ist festgelegt, wann welcher Netzabschnitt in einem Bundesland geplant, aufgebaut und in Betrieb genommen werden soll.

Das Bundesministerium des Innern (BMI) erteilte Ende August 2006 der Firma EADS im Rahmen eines Vergabeverfahrens den Zuschlag für die Lieferung der Systemtechnik des Digitalfunks der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) auf Basis des offenen Standards "TETRA 25".

Eine (Experten-)Gruppe "Anforderungen an das Netz" (GAN) definierte 2002 den Mindeststandard für den Digitalfunk der BOS, so auch die untere Grenze für die Funkversorgung. Einige Bundesländer, darunter Bayern, haben wegen des taktischen Bedarfs der BOS eine Funkversorgung gewählt, die über diesen Mindeststandard zum Teil deutlich hinaus geht. Dies wird als Standard "GAN + X" bezeichnet, wobei "X" je nach Land eine unterschiedliche Größe annehmen kann.

Mehr Informationen:

20. November 2008

Digitalfunk - Pressemitteilung Nr. 508/08 - München, 19. November 2008


Der Aufbau des bundesweiten Digitalfunknetzes für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) schreitet in Bayern voran. Wie geplant konnte dieses Jahr in München zum Oktoberfest ein probeweiser Netzbetrieb starten. "Die Erfahrungen bezüglich der Handhabbarkeit der Funkgeräte, der Netzversorgung, der Sprachqualität und den technischen Möglichkeiten bestätigen: Der TETRA-Digitalfunk ist für Einsatzkräfte der BOS die Kommunikationstechnik der Zukunft", sagte Innenstaatssekretär Dr. Bernd Weiß.

In Europa haben u. a. auch Belgien, die Niederlande, Großbritannien und Finnland landesweite TETRA-Netze für ihre Sicherheitsbehörden eingerichtet. Schweden, Dänemark, Norwegen und Österreich bauen derzeit ebenfalls entsprechende Netze auf. Die aktuelle TETRA-Version bietet neben der hervorragenden Sprachübertragung bei Gruppen- und Einzelverbindungen auch die für die Einsatzkräfte wesentliche Möglichkeit zur Versendung von Text- und Routinemeldungen oder für die Standortbestimmung mittels GPS-Übertragungen.

Bayern gehört zu den Ländern, in denen der bundesweite Aufbau des Digitalfunknetzes im vergangenen Jahr startete. Seitdem hat die vom bayerischen Innenministerium eingesetzte Projektgruppe "DigiNet" zusammen mit der bayerischen Bauverwaltung den Netzaufbau in und um München weit voran gebracht. Rechtzeitig zum Oktoberfest 2008 waren knapp ein Dutzend Basisstationen im Stadtbereich München fertig gestellt und in einem vernetzten Probebetrieb. "In München sind damit bereits heute weite Teile des Stadtgebiets abdeckt. Die weiteren Stationen gehen jetzt nach und nach in Betrieb, bis die Stadt und der Landkreis München sowie die Flughafenanbindung durchgängig versorgt sind", so Weiß. Zum Oktoberfest testete die Polizei erstmalig auch die automatische Übertragung von Routinemeldungen und von GPS-Daten. Auf einem Bildschirm konnte der Standort der Einsatzkräfte dargestellt werden. Dies erleichterte die Einsatzführung und die schnelle Unterstützung durch Verstärkungskräfte.

Im Jahr 2011 sollen nach derzeitiger Planung alle BOS in Bayern den Digitalfunk nutzen können. Für den Aufbau und den Betrieb über 15 Jahre hat der Freistaat Bayern hierzu aktuell 649,3 Millionen Euro vorgesehen. Die Planungen für den weiteren Aufbau des Digitalfunknetzes in Bayern haben bereits begonnen. Innenstaatssekretär Weiß sagte dazu heute in München: "Die Funkversorgung in Bayern wird dabei deutlich über dem bundesweit gültigen Mindeststandard liegen. Die flächendeckende und gut ausgebaute Funkversorgung ist auch zukünftig eine unverzichtbare Voraussetzung für die erfolgreiche Fortsetzung bayerischer Sicherheitspolitik."

22. Oktober 2008

Neuer Digitalfunk schon jetzt veraltet

Gerade erst hat die Berufsfeuerwehr Essen als erste bundesweit den digitalen BOS-Funk eingeführt, und Einsatzkräfte im ganzen Land freuten sich: Bald ist nun Schluss mit Funklöchern und der damit verbundenen Angst, bei einem Einsatz in Gefahr zu geraten.

Die Ernüchterung folgte bei mir in Form eines Berichts bei Frontal21. Dort musste ich erfahren, dass der neue Digitalfunk anscheinend jetzt schon völlig veraltet ist. "Zu teuer, zu spät, zu schlecht", meinen die Experten.
Die Hoffnungen an das neue System waren bei den Feuerwehren, bei Polizei und Rettungsdiensten sehr hoch. Mit der neuen Technik sollte es möglich sein, Fotos und sogar Videos zu verschicken sowie biometrische Daten wie Fingerabdrücke.

Die Experten meinen aber, dass das mit der geringen Übertragungsgeschwindigkeit der eingesetzten Geräte nicht möglich sei. Ein Experte brachte es auf den Punkt: Der Verbrecher sei schon in Rente, bis sein Fahndungsfoto übertragen ist. Das sind ja rosige Aussichten.

Schuld an der Misere sind offenbar unsere werten Politiker, die nicht bereit sind, mehr Geld in den Ausbau des Digitalfunks zu stecken. Groß kündigten sie an, Deutschland führe den anspruchsvollsten Digitalfunk weltweit ein, die nötigen Kosten wollen Bund und Länder aber nicht übernehmen. Dass wir ohnehin unseren europäischen Nachbarn völlig hinterherhinken, was den digitalen BOS-Funk anbelangt, scheint da auch nicht zu stören.
Es kann doch wohl nicht angehen, dass Einsatzkräfte nur in Großstädten sicher sein können, mit ihren tollen neuen Geräten auch erreichbar zu sein. Bei einem Einsatz auf dem Land sind die Kollegen dementsprechend weiter auf ihre privaten Mobilfunkgeräte angewiesen, um Verstärkung zu rufen und im Notfall erreichbar zu sein. Das ist ein Armutszeugnis.

Quelle: Martin F. (http://www.einsatz-netz.de/)

11. Dezember 2008

Digitalfunk BOS: Kontrollcenter in Betrieb

Der Verwaltungsrat der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) hat heute das Kontrollcenter für das bundesweite Digitalfunknetz eingeweiht. Mit dem Kontrollcenter wird das BOS-Digitalfunknetz überwacht, eventuelle Fehler innerhalb kürzester Zeit behoben und Störungen verhindert – das ganze Jahr über, an 24 Stunden, 7 Tagen die Woche.

Die Betriebsaufnahme des Kontrollcenters reiht sich ein in eine Vielzahl wichtiger Etappen zur Einführung des Digitalfunks BOS in Deutschland, die 2008 erreicht wurden: Mit Berlin, Hamburg und Bremen sind die ersten des insgesamt 45 Netzabschnitte umfassenden Digitalfunknetzes nahezu vollständig aufgebaut. Auch in anderen Bundesländern wie Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg wird der Digitalfunk BOS in einigen Regionen bereits probeweise für die Begleitung von Großveranstaltungen wie Fußballländerspiele und Volksfeste sowie für die täglichen Einsätze, parallel zur analogen Technik, eingesetzt.

Zur Anmietung geeigneter Funkstandorte für das BOS-Digitalfunknetz werden die Anfang 2008 von der BDBOS mit dem Mobilfunkbetreiber Vodafone sowie mit der Deutschen Funkturm (DFMG) abgeschlossenen Rahmenverträge intensiv genutzt. Im Oktober wurde die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die eine abhörsichere Kommunikation der Sicherheitsbehörden ermöglicht, in einem Feldversuch mit der Bundespolizei erfolgreich getestet. Mit der Einführung dieser Verschlüsselungstechnologie zusätzlich zur im TETRA-Standard – auf dem das BOS-Digitalfunknetz ebenso wie die im Aufbau befindlichen landesweiten Funknetze in Schweden, Norwegen, Dänemark und Österreich basiert – vorgesehenen Luftschnittstellen-Verschlüsselung ist Deutschland international führend.

Das europaweite Vergabeverfahren zur Auswahl eines Unternehmens, das geeignet ist, das Sicherheitsnetz entsprechend den hohen Anforderungen der BOS im Auftrag der Bundesanstalt zu betreiben, liegt ebenfalls im Zeitplan: Nach Durchführung der zweiten Verhandlungsrunde Anfang nächsten Jahres wird der leistungsstärkste und wirtschaftlichste Bieter ausgewählt, der nach einer Übergangsphase die Interimsbetreiberin ablöst.

Quelle: Pressemitteilung BDBOS

17. Februar 2009

Seminar Digitalfunk - Schulungskonzept steht

Vom 12. bis 13. Februar 2009 fand an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried ein Seminar zur Einführung des Digitalfunks in Bayern statt. Teilnehmer waren die zuständigen Fach-KBM/SBM der Regierungsbezirke Oberbayern, Oberpfalz und Schwaben. Ein weiteres Seminar für die Vertreter der Fränkischen Regierungsbezirke und Niederbayern wird am 26. und 27. Februar angeboten.

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Von besonderem Interesse war der Bereich Schulung. In Bayern sind ca. 330 000 Feuerwehrfrauen und –männer aktiv. Diese und ca. 60 000 Helfer der anderen bayerischen Hilfsorganisationen, wie Bayerisches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter Samariter Bund und viele mehr, müssen auf das neue Kommunikations- und Führungsmittel Digitalfunk eingewiesen und geschult werden.

Die Ausbildung ist bausteinartig aufgebaut. Als Grundlage durchläuft jeder Endanwender eine Elektronische Lernanwendung (ELA), die auf einer Internetplattform des Landesamtes für Finanzen aufgebaut ist. In der ELA werden die Grundlagen des Digitalfunks interaktiv vermittelt. Der erfolgreiche Durchlauf der ELA wird durch Testfragen überprüft und mit einem Zertifikat, das der Teilnehmer ausdruckt, dokumentiert.

Anschließend nimmt der Feuerwehrmann bzw. die Feuerwehrfrau an einer Standortschulung teil. Hier wird besonderes Augenmerk auf die Bedienung der Funkgeräte gelegt. Führungskräfte werden im Rahmen der Standortschulung noch zusätzlich mit den Themenfeldern Einsatztaktik und Gruppenverwaltung im Digitalfunk vertraut gemacht. Die erfolgreiche Teilnahme an der ELA und der Standortschulung ist Voraussetzung für die Teilnahme an weiterführenden Lehrgängen an den bayerischen Feuerwehrschulen.

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Quelle: Staatliche Feuerwehrschule Geretsried

13. Oktober 2008

Digitalfunk erhitzt in Hessen die Gemüter

Das Fax flatterte Ende August in die Rathäuser Hessens. Der Inhalt: Hessen will pflichtgemäß in zwei Jahren den Funkverkehr der Rettungsdienste komplett auf Digitalfunk umgestellt haben. Die dafür nötigen Geräte müssten deswegen innerhalb von vier Wochen zentral für alle 426 Kommunen verbindlich bestellt und eingekauft werden. Seitdem hagelt es Kritik an der Eile bei der Umstellung. Und an den Kosten.

Es gibt viel Diskussionsbedarf bei den Gemeindevertretern und Bürgermeistern Hessens im Moment. Das Thema, das die Gemüter erhitzt, ist die geplante Umstellung auf Digitalfunk bei den Rettungsdiensten.

Anders als beispielsweise in Bayern, das die Umstellung bereits vollzogen hat, stößt der BOS-Funk in Hessen derzeit noch auf harsche Kritik. Vor allem die Kosten bereiten Kopfzerbrechen ...

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